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Revolutionäres Stoßdämpfer-Konzept im Formel 1-Ferrari
Revolutionary damper concept in new Formula 1 Ferrari
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ZF Sachs AG - Hintergrund TechnikAufmerksame Zuhörer hatten schon bei der Präsentation des Ferrari F2003-GA Anfang des vergangenen Jahres die Ohren gespitzt.
Aller Geheimhaltung zum Trotz: Nach über einem Jahr sind findige Rivalen der revolutionären Neukonstruktion auf die Spur gekommen. Es handelt sich um eine Entwicklung der ZF Sachs Race Engineering GmbH. In Kooperation mit den Ingenieuren der Scuderia Ferrari wurde das Stoßdämpfer-Konzept revolutioniert. Statt der üblichen drei konventionellen Dämpfer an der Hinterachse übernehmen die Hauptarbeit zwei Rotationsdämpfer, die in den Umlenkhebel - englischer Fachausdruck: Rocker - integriert sind und zwei der klassischen Stoßdämpfer ersetzen. Der Rocker ist eine Art "Dreieckshebel", der drehgelagert die Ein- und Ausfederbewegung vom Rad auf die Feder, Stabilisator und - bisher - auf die klassischen Stoßdämpfer umleitet. Hightech made by ZF Sachs sind die neuen "Rocker" mit bereits integriertem Rotationsdämpfer. Die Formel 1-Boliden aus Maranello verfügen nun nur noch über einen einzigen klassischen Dämpfer in der Mitte, der anspricht, wenn das gesamte Chassis - zum Beispiel bei hohen Geschwindigkeiten aufgrund des Anpressdrucks - einfedert. Zirka neun Monate Entwicklungszeit stecken in dem Rotationsdämpfer. Das Funktionsprinzip in Kürze: Die Bewegung des Hinterachs-Lenkers beim Ein- und Ausfedern wird über den Rocker auf die Feder und einen Drehflügel übertragen. Dieser schiebt Öl von der einen zur anderen Seite durch Ventile, die mit definierten Durchlässen die notwendige Dämpfungskraft erzeugen. Das Gehäuse des aus fünf Haupt-Bauteilen bestehenden Rotationsdämpfers ist ein aus dem Vollen gearbeitetes Titanstück nach Luftfahrt-Spezifikation. Das größte Know-how steckt in der Dichtungstechnologie, die man bei ZF Sachs schon in aktiven Stabilisator-Systemen für Serien-Pkw erprobt hat. Der Dämpfer wird im Formel 1-Ferrari von etwa 160 bar Innendruck belastet.
Das Prinzip des Rotationsdämpfers hat seine Feuertaufe im Motorsport bestanden und bewährt sich seit über einem Jahr mit Bravour. Dass Otto Normalverbraucher auf der Straße auch einmal in den Genuss dieser Hightech-Komponente kommt, ist aber eher unwahrscheinlich. Gegenüber einem herkömmlichen Teleskop-Stoßdämpfer ist der Preis etwa zehnmal so hoch. ZF Sachs, der Unternehmensbereich Antriebs- und Fahrwerkkomponenten entwickelt und produziert Schwingungsdämpfer und weitere Komponenten für die Fahrwerkregelung sowie Wandler und Kupplungen für Pkw und Nutzfahrzeuge. Der Unternehmensbereich erwirtschaftete 2003 mit 16.500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,9 Mrd Euro. ZF ist ein weltweit führender Automobilzulieferkonzern in der Antriebs- und Fahrwerktechnik mit rund 53.500 Mitarbeitern an 119 Standorten in 25 Ländern. ZF erwirtschaftet rund ein Drittel ihres Umsatzes (2003: 8,9 Milliarden Euro) mit Produkten, die erst in den vergangenen fünf Jahren in Serie gingen. Um auch künftig mit innovativen Produkten erfolgreich sein zu können, investiert ZF jährlich fünf Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.
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