Selbst in
der Testfahrermannschaft herrscht absolute
Gleichberechtigung |
Frauen bei Alfa Romeo - Cuore Sportivo statt Schattendasein
Laura Maria de Chiara
entspricht so ziemlich allen Klischees, die für italienische Frauen
gelten. Sie ist sportlich-elegant gekleidet, von zierlicher Statur,
sonnengebräunt, hat lange, pechschwarze Haare. Wenn sie mit ihrer rauchigen
Stimme spricht, unterstreichen lebhaft blitzende Augen und temperamentvolle
Gesten ihren Standpunkt. Eine Italienerin aus dem Bilderbuch. Nur ihr Beruf
passt nicht ins Bild. Laura Maria de Chiara ist Testfahrerin. Sie verbringt
ihren Arbeitstag hinter dem Lenkrad von Prototypen. Sie ist verantwortlich
dafür, Schwachstellen eines zukünftigen Serienmodells schon in
der Entwicklungsphase aufzudecken. Und das ausgerechnet bei einer der
männlichsten Automobilmarken der Welt - bei Alfa Romeo. Laura Maria
de Chiara verkörpert damit genau das "Cuore Sportivo", das sportliche
Herz, das allen Fans der italienischen Traditionsmarke zu Eigen ist. Es bereitet
ihr größtes Vergnügen, mit dem althergebrachten
Rollenverständnis aufzuräumen. Sie bewältigt exakt das selbe
Testprogramm wie ihre männlichen Kollegen. Steht ihnen in der Wüste
Afrikas, im Schnee und Eis Skandinaviens oder auf der Nordschleife des
Nürburgrings in Nichts nach. "Die italienischen Machos hören das
zwar nicht gerne", sagt die 35-jährige Mailänderin selbstbewusst,
"aber es gibt keinen Grund, warum Frauen nicht genauso gut Auto fahren
können sollten wie Männer."
Oder Autos konstruieren, entwickeln, entwerfen, zeichnen oder zu-sammenbauen.
Denn Laura Maria de Chiara ist kein Einzelfall. Frauen erobern in der einst
männlich dominierten Automobilindustrie immer mehr Terrain. Europaweit
ist bei Fiat Auto, der Muttergesellschaft der Marke Alfa Romeo, inzwischen
mehr als jeder zweite Angestellte weiblich ( 51,3 Prozent ). Auf der
Managementebene beträgt der Frauenanteil 16,7 Prozent. Bei den Arbeitern
- also vor allem in der Produktion - füllen Frauen derzeit ein Viertel
aller Stellen ( 24,7 Prozent ). Jeweils mit steigender Tendenz. Laura Maria
de Chiara und ihre Kolleginnen sind in der Testfahrermannschaft ebenso anerkannt
wie ihre Geschlechtsgenossinnen in anderen Bereichen bei Alfa Romeo.
"Wir arbeiten im Team",
sagt beispielsweise Produktentwicklerin Daniela Parodi. "Da ist das es vollkommen
nebensächlich, ob ein Vorschlag von einem Mann oder von einer Frau kommt."
Was zählt, ist das Ergebnis. "Man muss sich als Frau vielleicht ein
bisschen mehr anstrengen, um seine Ideen durchzusetzen. Aber gerade das ist
ein Ansporn für mich", lacht die 33-jährige Turinerin. Der Erfolg
gibt ihr speziell beim jüngsten Produkt der Marke Alfa Romeo Recht:
40 Prozent aller Käufer des Alfa 147 sind weiblich. Aber auch bei allen
anderen Modellen legt Alfa Romeo bei der Produktentwicklung großen
Wert auf die weibliche Komponente. "Die männlichen Kollegen neigen dazu,
die Technik und das technisch Machbare in den Vordergrund zu stellen", beschreibt
Parodi, die über den Umweg eines Bau-Ingenieurstudiums zu Alfa Romeo
gekommen ist. "Da muss man als Frau manchmal dagegen halten. Ein Alfa wird
schließlich nicht nur von technikbegeisterten jungen Männern
gefahren." Frauen als das soziale Gewissen einer ganzen Marke?
"Das ist sicherlich
übertrieben", widerspricht Maura Cristofaroni, die im Centro Stile Alfa
Romeo am Innendesign zukünftiger Fahrzeuggenerationen arbeitet. "Aber
ich als Mutter lege sicherlich auf andere Dinge Wert als meine kinderlosen
Kollegen." Die 30 Jahre alte studierte Innenarchitektin lässt bewusst
persönliche Erfahrungen in ihre Arbeit einfließen. "Ich achte
auf ganz spezielle Details. Zum Beispiel auf besonders unempfindliche
Polsterstoffe, praktische Ablagen oder die möglichst einfache Befestigung
eines Kindersitzes."
Maura Cristofaroni ist sich bewusst, dass sie als Innenraum-Designerin eine
der wichtigsten Aufgaben in der Entstehungsphase eines neuen Alfa erfüllt.
"Ein Alfa ist ein sehr Fahrer-orientiertes Auto", sagt die Designerin. "Deswegen
ist die Gestaltung des Cockpits extrem wichtig." Dabei geht sie an ihre Aufgabe
auf eine Art und Weise heran, die man beinahe männlich nennen kann.
"Das ganze Auto muss Kraft, Sportlichkeit und Ästhetik vermitteln."
Für die Designerin nimmt der Fahrerplatz in diesem Gesamtkunstwerk eine
zentrale Rolle ein. Bei der Umsetzung ihrer eigenen Zielvorgaben setzt Maura
Cristofaroni auf eine weitere Stärke der Marke Alfa Romeo - die Tradition.
"Alfa Romeo ist eine Marke, die sich immer wieder erneuert", sagt sie. "Die
Kunst besteht darin, die traditionellen Elemente mit moderner Technik zu
verbinden." Als Beispiel nennt sie das "Scudetto", den Kühlergrill,
mit dem der Alfa 147 die Erinnerung an die große Tradition von Alfa
Romeo erinnert. Wie ihre Kolleginnen Laura Maria de Chiara und Daniela Parodi
ist auch Maura Cristofaroni Mitglied eines Teams, in dem Frauen und Männer
gleichberechtigt Seite an Seite arbeiten. Einen kleinen Vorteil hat sie für
sich und ihre Geschlechtsgenossinnen allerdings doch ausgemacht. "Jeder von
uns muss damit rechnen, dass Ideen auch abgelehnt werden", beschreibt sie.
"Uns Frauen teilt man eine negative Entscheidung meist auf charmantere Art
mit."
| Fiat Automobil
AG, Presseabteilung Alfa Romeo, November 2001 |
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